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Kleines ABC der Zahnmedizin

Klartext statt fachchinesisch


Apikale Aufhellung an der mesialen Wurzel. Dieses Fachchinesisch wird ein guter Zahnarzt seinen Patienten nicht zumuten. Es kann manchmal aber auch gute Gründe geben, wenn der Zahnarzt in Rätseln spricht. So zum Beispiel, wenn die Lage eines erkrankten Zahnes exakt beschrieben werden soll. Hierfür nutzt das Fachpersonal in der Praxis ein Zahlenschema, das jedem Zahn exakt eine zweistellige Ziffer zuordnet.
Doch was tun, wenn einem Zahnmediziner mal ein Begriff aus der Fachsprache herausrutscht.
Sollten Patienten in der Aufregung vergessen haben, präzise nachzufragen, hilft dieses Lexikon weiter.
Über 550 Fremdwörter hat die Initiative proDente im Internet verständlich aufbereitet. Hier ein kleiner Auszug daraus:

A wie Adhäsivtechnik

Klebetechnik, Säure-Ätz-Technik (SÄT): Angewandt bei Komposit-Füllungen und beim Zementieren von Keramikfüllungen/-kronen/-verblendschalen und Klebebrücken mittels Komposit. Das Prinzip besteht darin, dass ein dünnflüssiger Kunststoff (Haftvermittler) einen Verbund zwischen der Zahnhartsubstanz (Schmelz, Dentin) und dem entsprechenden Füllungsmaterial (z.B. einem Komposit) eingeht.

B wie Bruxismus

unbewusste mahlende Bewegungen der Zähne von Ober- und Unterkiefer, meist im Schlaf bei Stress, oder bedingt durch schlecht sitzenden Zahnersatz. Schädigt bei dauerhaftem Knirschen die Zahnoberfläche und lockert ganze Zahnreihen. Abhilfe schaffen entsprechende Schienen.

C wie Craniomandibuläre Dysfunktion

Fehlfunktionen im Zusammenspiel von Kiefergelenk, Kaumuskulatur und Zähnen. Typische Symptome: Knacken des Kiefergelenks und Kopfschmerzen.

D wie Demineralisation

Entkalkung des Zahnschmelzes durch Säureangriffe. Bei permanenter Entkalkung entsteht Karies.

E wie Endodontie

Entzündetes oder infiziertes Gewebe im Wurzelkanal wird entfernt. Der Wurzelkanal wird dabei gereinigt und erweitert. Anschließend wird der entstandene Hohlraum gefüllt und abgedichtet.

F wie Fissur

bezeichnet die Spalten und Furchen auf der Oberfläche der Seitenzähne. Die Erhebungen bezeichnet man dagegen als Höcker. Um die Zähne zu schützen, können diese Oberflächen mit einem speziellen Kunststofflack versiegelt werden.

G wie Gingivitis

akute oder chronische Entzündung des Zahnfleischs (Gingiva), die mit Zahnbelag assoziiert wird.
H wie Halitosis Mundgeruch, der durch Bakterien in den Zahnzwischenräumen, Zahnfleischtaschen und Zungenpapillen verursacht wird.

I wie Inlay (Einlagefüllung)

Ist eine in einem zahntechnischen Labor hergestellte Zahnfüllung, zumeist aus Materialien wie Keramik, Goldlegierungen oder auch Titan, die danach vom Zahnarzt in einen Zahndefekt eingesetzt wird.

J wie Jacketkrone

Kunststoff- oder Keramikkrone ohne Metallgerüst im Frontzahnbereich.

K wie Komposit

Komposite sind zahnfarbene Kunststofffüllungen. Es gibt eine Vielzahl unterschiedlicher Zusammensetzungen und Eigenschaften. Sie werden in das präparierte Zahnloch eingebracht und mit einer Speziallampe gehärtet.

L wie Labial und Lingual

Lagebezeichnung im Mund. Labial = Zahnfläche, die zu den Lippen hin zeigt. Lingual = Zahnflächen, die zur Zunge hin zeigen.

M wie Molaren

auch Mahlzähne genannt, sind die hinteren Backenzähne.

N wie Nursing-Bottle-Syndrom (Nuckelflaschenkaries)

Karies bei Säuglingen und Kleinkindern, die durch die ständige Zufuhr von gesüßter oder säurehaltiger Flaschennahrung in Form des "Beruhigungsfläschchens", entsteht.

O wie Okklusion

Kontakt zwischen Oberkieferzähnen und Unterkieferzähnen. Mit einer speziellen Farbfolie können diese Kontakte zwischen Ober- und Unterkiefer sichtbar gemacht und ggf. beseitigt werden.

P wie Parodontitis

bakteriell bedingte Entzündung, die sich im Zahnfleischrückgang und Knochenabbau des Kiefers zeigt. In vielen Fällen ist sie Ursache für den Zahnverlust. Tritt diese Entzündung bei Implantaten auf spricht man von Periimplantitis.

Q wie Quadrant

Zur Lokalisierung von Zähnen wird das Gebiss in 4 Bereiche (Quadranten) aufgeteilt.

R wie Randspalt

Der Spalt zwischen der Füllung und dem Zahn. Je dichter dieser Spalt ist, desto geringer ist das Risiko, dass sich hier Karies festsetzen kann.

S wie Scaling

Reinigung der Zähne von Plaque, etc. mittels spezieller Instrumente (Scaler)

T wie Taschentiefe

Abstand zwischen dem oberen Zahnfleischrand und dem Zahnfleischtaschenboden. Deutet auf eine Erkrankung meist des Zahnhalteapparates hin.

V wie Vitalitätsprüfung

Prüfung der Sensibilität eines Zahnes durch Reizen mit extremer Kälte oder elektrischen Impulsen

W wie White Spot

Kariesvorstufe. Die Entkalkungen zeigen sich durch weiße Flecken auf dem Zahnschmelz.

Z wie Zahnschema

Schema um Zähne im Mund zu lokalisieren. Das am meisten verwendete ist das FDI-Schema. Die erste Zahl steht immer für den Quadranten und die zweite für den Zahn.

Erklärungen zu weiteren Fachbegriffen aus Zahnmedizin und Zahntechnik finden sich auf folgender Internetseite der Initiative proDente.

Textquelle:
Initiative proDente